Projektidee des Jugendparlaments

Das Jugendparlament Hietzing findet nach seiner erfolgreichen Initiierung 2006 im vergangenen Jahr bereits zum fünften Mal statt und ist damit zu einem fixen Bestandteil des bezirkspolitischen Jahreskalenders geworden. In Kooperation mit dem Wiener Familienbund bietet der 13. Wiener Gemeindebezirk interessierten Jugendlichen die Möglichkeit neue Formen der Mitgestaltung des Bezirks. Die teilnehmenden Jugendlichen erleben hier neue und oftmals ungewohnte Möglichkeiten der politischen Beteiligung und Mitsprache, der Teilhabe an Entscheidungen und die Möglichkeit Einblicke in politische Prozesse und Abläufe zu gewinnen.

Die zentrale Zielsetzung ist es Mitgestaltungsmöglichkeiten von Jugendlichen an gesellschaftlichen Prozessen zu fördern und zu verbessern. Im Rahmen des Beteiligungsprojekts werden Teilhabechancen an politischen/gesellschaftlichen Prozessen vergrößert und politische Bildungsprozesse angeregt, bzw. die Auseinandersetzung mit politischen/gesellschaftlichen Zusammenhängen gefördert.

Ein großer Dank geht an Herrn Bezirksvorsteher Heinz Gerstbach und seine Kolleg/innen der Bezirksvertretung Hietzing für die Unterstützung des Jugendbeteiligungsprojekts.




Die Zielgruppe von JuPa13

Das Jugendparlament versteht sich als altersadäquate Form der Jugendbeteiligung an Bezirkspolitik. Die Zielgruppe des Projekts sind Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren, die im 13. Wiener Gemeindebezirk eine Schule besuchen oder Angebote der außerschulischen Jugendarbeit (Streetwork Hietzing) nützen.



Ablauf der Workshops

In den Demokratie-Workshops wurden lebensnahe Beteiligungsmöglichkeiten aufgezeigt und notwendige Orientierungshilfen im politischen System angeboten. Die methodische und inhaltliche Gestaltung der Workshops wurde durch das Moderatoren/innen-Team des Wiener Familienbundes übernommen. Die Workshops wurden mit jugendadäquaten Methoden aufbereitet. Kleingruppenarbeit, Reflexion und spielerische Inhalte dominierten die Workshops.

In den dreistündigen Workshops erarbeiteten die Teilnehmer/innen zentrale politische Grundbegriffe und politisches Wissen, setzten sich aktiv mit dem Gedanken politischer Partizipation auseinander, entwickelten Forderungen und Anregungen an die Bezirkspolitik und wählten jeweils zwei Delegierte für die Bezirkssitzungen.




Demokratieverständnis

Je nach Interesse der Gruppe standen im vergangenen Projektjahr zwei unterschiedliche methodisch/didaktische Konzepte zur Gestaltung des Workshops zur Verfügung. Die Gruppen konnten zwischen der eigenständigen Gestaltung von Themen bezogenen Politik-Plakaten und der Erarbeitung politischer Begriffe und Zusammenhänge mit Hilfe eines Politik-Puzzles wählen.

Bei der Gestaltung der Politik-Plakate ging es darum, politische Themen - wie beispielsweise Partizipation, Informationsquellen, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit oder Wählen mit 16 - möglichst lebensnahe aufzubereiten und in der Großgruppe zu präsentieren.

Im Politik-Game erhielten die Teilnehmer/innen Puzzle Karten, auf denen sich jeweils ein politischer Begriff und seine lexikalische Definition befinden. Aufgabe war es, zusammengehörige Begrifflichkeiten zu finden und die gebildeten Begriffsgruppen im Plenum zu präsentieren.

Beide Methoden wurden durch die Jugendlichen sehr offen und interessiert angenommen und waren die Grundlage engagierter Diskussionen und Auseinandersetzung mit Politik.



Ideen und Forderungen entwickeln

In der zweiten Workshop-Einheit wurde auf die spezifischen Aufgaben des Bezirks, der Stadt Wien und des Bundes eingegangen. Im Anschluss entwickelten die Teilnehmer/innen in Kleingruppen Bedürfnisse, Anliegen, Forderungen und Änderungsvorschläge an die (Bezirks-)Politik.

Die Teilnehmer/innen hatten die Möglichkeit, in den Kleingruppen Forderungen und Anregungen an die Bezirkspolitik zu überlegen und mögliche Argumentationsstrategien für die Notwendigkeit der raschen Umsetzung zu erarbeiten.

Diese wurden durch die Trainer/innen gesammelt und für alle sichtbar an einem vorbereiteten Flipchart aufbereitet. In der Großgruppe wurde darüber diskutiert, welchen Anträgen besondere Wichtigkeit zukommt und wo die Kompetenzbereiche des Bezirks überschritten werden. In einer Abstimmung durch Punktevergabe wurden gemeinsam die zwei wichtigsten Forderungen des Workshops an den Bezirk festgelegt. Die ausgewählten Anträge wurde neuerlich überarbeitetet, weiter differenziert und gemeinsam inhaltlich begründet.

Die Teilnehmer/innen beeindruckten dabei durch ihre Bereitschaft, sich mit komplexeren Zusammenhängen auseinander zu setzen und einen Bezug zwischen ihren alltäglichen Lebenszusammenhängen und ihrem frisch erworbenen politischen Wissen her zu stellen.




Projektleitung Jugendparlament Hietzing

Mag. Ben Krenn
Projektkoordination und Workshopleiter, Politologe mit den Schwerpunkten Genderforschung und Migrationsoziologie, seit mehr als 10 Jahren in der außerschulischen Jugendarbeit tätig, vielfältige Erfahrungen in Kinder- und Jugendbeteiligungsprojekten.
Kontakt:  Email an Mag. Ben Krenn 


Kontaktinformation

Wiener Familienbund
ZHd Mag. Ben Krenn
Adresse: 1150 Wien | Sechshauserstrasse 48 / 4
Telefon: 01 / 526 29 29
Kontakt:  Email an den Wiener Familienbund